1. Berliner Bogenschützen e.V.
Auszugslänge bestimmen
Spannweite als Schätzung, Messung am Bogen und die Abgrenzung zur Pfeillänge.
1. Zu Hause einen Startwert schätzen
Du brauchst ein Maßband und eine zweite Person. Stelle dich aufrecht hin, strecke beide Arme seitlich auf Schulterhöhe aus und lasse die Schultern locker. Miss von einer Mittelfingerspitze zur anderen, ohne dich künstlich lang zu machen. Wiederhole die Messung.
2. Die Messlänge eindeutig festlegen
Die standardisierte ATA-Auszugslänge (oft AMO genannt) ist die Strecke vom Nockboden bis zum tiefsten Punkt des Bogengriffs, gemessen in Pfeilrichtung, plus 1¾ Zoll (4,445 cm). Die Vorderkante des Mittelstücks ist keine universelle Messreferenz. Ein Messpfeil muss zur verwendeten Ablesestelle passen.
3. Im natürlichen Anker prüfen lassen
- Mit Trainer oder Fachhandel einen leichten, passenden Bogen und ausreichend langen Messpfeil verwenden. Auf einer freigegebenen Schießbahn stets Richtung sicherer Scheibe arbeiten.
- Deinen üblichen Griff und Anker einnehmen: Schultern tief, Kopf natürlich, Bogenarm nicht künstlich überstrecken. Die Haltung nicht verändern, nur um einen Wunschwert zu erreichen.
- Die Betreuung liest die Strecke zum Griff-Pivotpunkt seitlich ab; niemand steht vor dem Bogen. Zur ATA-Länge 1¾ Zoll addieren. Eine bereits ATA-kalibrierte Messskala nicht ein zweites Mal korrigieren.
- Kontrolliert absetzen, mehrfach messen und Bogenart, Anker sowie Messmethode notieren. Nie ohne Pfeil lösen.
4. Compound und Fingerbogen unterscheiden
Beim Compound müssen Cam-/Moduleinstellung, Release, D-Loop und Anker zusammenpassen. Die mechanische Auszugslänge ist nicht die Strecke bis zur Releasehand. Einstellungen nur nach Modellanleitung; notwendige Pressarbeiten dem Fachhandel überlassen. Beim Recurve oder Blankbogen ergibt sich der Auszug aus deinem Schussaufbau und kann sich mit besserer Technik verändern. Keinen pauschalen Zoll-Abzug vom Recurve auf Compound übertragen.
5. Pfeillänge separat bestimmen
Für Easton wird die Pfeillänge vom Nockboden bis zum geschnittenen Schaftende gemessen, ohne Spitze. Prüfe am tatsächlich verwendeten Bogen, dass der Pfeil auch im längsten kontrollierten Auszug sicher auf der Auflage bleibt. Auflageposition, Klicker und Spitzenaufbau beeinflussen die nötige Länge. Pfeile deshalb erst nach praktischer Prüfung kürzen lassen.
Messprotokoll: Datum · Bogen · Anker/Release · Spannweite · Messstrecke bis Pivotpunkt · ATA-Auszug · geprüfte Schaftlänge. Danach die tatsächlichen Werte im Setup eintragen.
Quellen und weiterführende Anleitungen
- Bogensportwelt: Spannweitenmethode ↗
- Easton: ATA-Auszug und Pivotpunkt ↗
- Easton: Pfeillänge ↗
- World Archery: Coaching Manual, Auszugsmessung ↗
Redaktionell geprüft am 05.11.2026. Eigenständige 1.BBS-Anleitung; die Anleitung deines konkreten Bogenmodells hat bei Einstellungen Vorrang.