1. Berliner Bogenschützen e.V.

Visier einstellen

Die drei Visierachsen am Compound prüfen und anschließend verlässliche Marken ausschießen.

04Compoundvisier: die drei AchsenHöhenführung, Wasserwaage und Schüsse bergauf / bergab

Für: Compoundvisiere mit Scope und Wasserwaage. Du brauchst: die Modellanleitung, passende Schlüssel, einen sicheren Bogenhalter und eine verlässliche Lot- bzw. Ausrichthilfe. „Achse einstellen“ bedeutet hier die Winkel des Visiers ausrichten; das ist etwas anderes als den Zielpunkt höher, tiefer oder seitlich zu verschieben.

Ein korrekt eingestelltes Visier bewegt den Zielpunkt beim Höhenverstellen auf einer senkrechten Bahn. Seine Libelle (Wasserwaage) zeigt an, ob du den Bogen seitlich verkantest – auch am Hang. Die Nummerierung folgt der üblichen Einteilung für Turnier- und Schiebevisiere; Lage der Schrauben und Verstellmöglichkeiten hängen vom Modell ab.

1. Achse · Höhenführung parallel zur Sehne

Erste Achse: Eine senkrechte Höhenführung verändert beim Verstellen nur die Höhe; eine schiefe Führung verändert zusätzlich die Seite.
Eigene Skizze · Gemeint ist das seitliche Kippen der gesamten Höhenführung.

Auswirkung eines Fehlers: Beim Wechsel der Visiereinstellung wandert das Scope zusätzlich nach links oder rechts. Eine Entfernung kann passen, eine andere seitlich abweichen.

Einstellen: Bogen sicher fixieren und die Sehne mit einer geeigneten Referenz lotrecht ausrichten. Die dafür vorgesehene Klemmung lösen und die Höhenführung parallel zur Sehne stellen. Sichern, Referenz erneut prüfen und den Schlitten durch den benutzten Höhenbereich bewegen. Er darf seitlich nicht ausweichen.

2. Achse · Wasserwaage bei ebenem Schuss

Zweite Achse: Die Blase muss beim lotrechten Bogen mittig sein. Eine verdrehte Libelle verleitet dazu, den Bogen schief zu halten.
Eigene Skizze · Blick durch das Scope bei waagerechter Zielrichtung.

Auswirkung eines Fehlers: Du zentrierst die Blase und hältst dabei den eigentlich geraden Bogen schief. Das kann seitliche Abweichungen verursachen, besonders auf weitere Entfernung.

Einstellen: Den Bogen weiterhin lotrecht halten, mit waagerechter Zielrichtung. Scope / Libellenträger an der zweiten Achse drehen, bis die Blase mittig steht und mit der unabhängigen Referenz übereinstimmt. Schrauben nach Anleitung sichern und nochmals prüfen. Nicht den Bogen kippen, um eine falsche Libelle „richtig“ aussehen zu lassen.

3. Achse · Wasserwaage bei geneigtem Schuss

Dritte Achse: Wie eine Tür kann die Libelle in der Tiefe verdreht sein. Am Hang soll ihre Blase bei nicht verkantetem Bogen ebenfalls mittig bleiben.
Eigene Skizze · Oben Draufsicht, unten Sollanzeige. Die dritte Achse schwenkt den Scope-/Libellenträger in der Tiefe.

Auswirkung eines Fehlers: Die Blase kann auf ebener Bahn stimmen, bergauf oder bergab aber eine falsche Schräglage anzeigen. Wer sie dann zentriert, verkantet den Bogen. Seitliche Fehlschüsse können je nach Neigung unterschiedlich ausfallen.

Einstellen: Nach Achse 1 und 2 eine senkrechte Lotlinie und eine dafür geeignete Ausrichthilfe verwenden. Bei deutlich geneigter Zielrichtung, etwa 30–45°, die Referenz senkrecht halten und die Scope-Blase beobachten. Wandert sie weg, Bogen absetzen und die dritte Achse etwas verstellen. Erneut vergleichen; wird der Fehler größer, zurück und in die andere Richtung korrigieren. Danach Ebene sowie beide Neigungsrichtungen prüfen.

Zum Abschluss im Vollauszug prüfen: Zuglast und Griff können die Ausrichtung verändern. Mit vertrautem Release, eingelegtem Pfeil und sicherem Pfeilfang in der tatsächlichen Zielrichtung arbeiten; keine Auszugsprobe auf Zimmerdecke oder Boden. Steht keine geeignete Schießbahn zur Verfügung, den Test mit Trainer oder Fachhandel durchführen. Vor jeder Schraubenänderung kontrolliert ablassen.

Reihenfolge: 1 → 2 → 3. Nach Änderungen vorherige Achsen nachprüfen, anschließend die Visiermarken einschießen. Fehlt eine Achsverstellung, die vom Hersteller vorgesehene Lösung verwenden. Keine allgemeine Schraubendrehrichtung: Rechts-/Linkshand, Halterung und Mechanik unterscheiden sich.

Gut geeignet für

Verlässliche Visiermarken über mehrere Entfernungen; besonders wichtig bei Feld- und 3D-Schüssen mit Gefälle oder Steigung.

Was damit nicht behoben wird

Pfeilkontakt, falscher Spine, Seitenwind und wechselnder Griff. Eine mittige Blase ist nur so verlässlich wie ihre Ausrichtung zum Bogen.

Fachgrundlagen: Shibuya · Höhenführung / erste Achse ↗ · Hamskea · GEN2PRO-Achsenanleitung ↗ · Hamskea · dritte Achse im Vollauszug ↗