1. Berliner Bogenschützen e.V.

Walk-Back-Test

Seitliche Abstimmung über mehrere Entfernungen prüfen. Mit Auswahl für Recurve oder Compound.

Vor jedem Test: eine brauchbare Ausgangslage schaffen

Auf einem freigegebenen Schießplatz mit großem, geeignetem Pfeilfang arbeiten; beim Wechsel der Schussentfernung die ganze Schießlinie abstimmen. Nur intakte, passend lange Pfeile mit Scheibenspitzen verwenden. Rohschäfte zunächst auf kurze Entfernung schießen.

Standhöhe, Wurfarmausrichtung, Nockpunkthöhe, Pfeilauflage und seitliche Pfeilausrichtung (Centershot) nach Hersteller prüfen. Alle später benutzten Anbauteile montieren. Einstellung notieren, nur eine Sache ändern, erneut mehrere Passen schießen. Ein Ausreißer ist kein Einstellauftrag.

Praxisvorschlag für die Feinarbeit: Nockpunkt in etwa 0,5–1 mm, Auflage in etwa 0,25 mm oder Buttonfeder in etwa ⅛ Umdrehung verändern, soweit die Anleitung das erlaubt. Wird das Bild schlechter, Ausgangswert wiederherstellen. Mindestpfeilgewicht, sichere Pfeillänge und Verstellgrenzen einhalten; Arbeiten an Cams, Kabeln und mit Bogenpresse gehören in erfahrene Hände.

02Walk-Back-TestWandern die Treffer mit der Entfernung seitlich weg?

Für: besonders Compound mit Visier; auch Recurve mit Button als ergänzender Seitentest. Ort: windstiller Platz mit abgestimmter Schießlinie und hohem Pfeilfang. Ohne Visier nur mit reproduzierbarem Bezug; beim Blankbogen Abgriff und Anker nicht zwischen den Distanzen wechseln.

Beim Walk-Back bleibt das Visier unverändert. Von 10, 20 und 30 Metern wird auf denselben oberen Punkt gezielt; die Treffer liegen zunehmend tiefer.
Eigene Skizze · Schematische Distanzen. Abbruch, bevor ein Pfeil unter den Pfeilfang geraten kann.

So gehst du vor

  1. Eine senkrechte Linie mit Lot auf einer großen Scheibe markieren. Haltepunkt im oberen Bereich wählen. Bei etwa 10 m eine saubere Referenzgruppe auf der Linie herstellen.
  2. Mit befiederten Pfeilen schießen. In etwa 5-m-Schritten zurückgehen; beispielsweise 10, 15, 20, 25 und 30 m. Gleicher Haltepunkt, gleiches Visier / gleicher Pin. Distanzen nur so weit ausdehnen, wie alle Pfeile sicher aufgefangen werden.
  3. Je Distanz mehrere Pfeile schießen, die Gruppenmitte markieren und nach Distanz beschriften. Das Tiefertreffen ist zu erwarten. Interessant ist die zunehmende Abweichung nach links oder rechts.
  4. Bogen senkrecht halten; beim Compound Wasserwaage / Visierachsen prüfen. Erst eine vollständige Serie auswerten. Kleine seitliche Korrektur vornehmen, nahe Referenz neu prüfen, komplette Serie wiederholen.
Linienbilder und Lösungen nachlesen
Alle Bilder von der Schießlinie aus gesehen
BildPrüfen / korrigieren
Senkrecht auf der LinieSeitlich stimmig unter diesen Bedingungen; Einstellung behalten, Gruppen auf normaler Schussentfernung vergleichen.
Zunehmend links / rechtsErst Wind, Verkanten und Visierausrichtung ausschließen. Compound: Auflage als kleinen Versuch entgegen der Drift verschieben. Recurve RH: Linksdrift → Buttonfeder etwas weicher; Rechtsdrift → etwas härter. LH umgekehrt. Nur bei passendem Grundsetup und Spine.
Parallel versetztReferenz / Visierseite prüfen. Zum Einschießen das Visier in Richtung der Treffer verschieben; danach neue Serie. Während der Serie unverändert lassen.
Kurve / wechselnde StreuungCentershot, Ausrichtung, Kontakt, Griff und Wind prüfen. Linienformen trennen die Ursachen nicht eindeutig; keine große Button- oder Auflagenänderung allein nach dem Bild.

Stärken

Prüft die seitliche Abstimmung über mehrere Entfernungen mit den normalen Pfeilen. Ergänzt den kurzen Papiertest.

Schwächen & Grenzen

Benötigt Platz und konstante Bedingungen. Misst weder Nockpunkthöhe noch Spine eindeutig. Schräghalten, Seitenwind und Visierfehler können ein Tuningproblem vortäuschen; kleine Fehler bleiben bei begrenzter Distanz verborgen.

Fachgrundlagen: Archery Education · Compound Walk-Back ↗ · Southampton University Archery Club · Recurve-Abstimmung ↗ · Archery Analytics · Walk-Back / Gruppenanalyse ↗